Dresden, 5. Mai 2025 | Wer in diesen Tagen das Glück hatte, teilzuhaben am Choraustausch unserer Schule mit dem Chor aus Lissabon, wird bestätigen: Es war mehr als ein musikalisches Projekt. Es war ein Erlebnis, das Verbindung geschaffen, Ausdruck gestärkt und Freundschaften entstehen lassen hat – ein echtes „Fest der Gemeinsamkeit und der Hoffnung“, wie Andreas Warschau es in seiner Begrüßungsrede zum Konzert in der Annenkirche am 2. Mai so treffend sagte.
Bereits nach nur 48 Stunden war zu spüren, wie schnell die Kinder und Jugendlichen aus Lissabon und Dresden zu einem großen gemeinsamen Klangkörper zusammenwuchsen. Sprachliche Barrieren schmolzen dahin – nicht nur, weil viele Englisch, Deutsch oder Portugiesisch verstanden, sondern weil der Gesang eine eigene Sprache sprach. Und diese wurde von Tag zu Tag reicher: In intensiven Proben wurde nicht nur an Tönen gefeilt, sondern an Ausdruck, Mimik, Gestik und Körperhaltung gearbeitet. Die Lieder bekamen Gesichter, Geschichten und Gefühl. Es war eine Freude zu sehen, wie sich alle Beteiligten auf der Bühne mit ihrem ganzen Körper und Herzen zeigten – und damit auch das Publikum tief berührten.
Das Begegnungskonzert am 2. Mai in der Dresdner Annenkirche bildete einen emotionalen Höhepunkt. In seiner Rede erinnerte Andreas Warschau, Geschäftsführender Vorstand des Omse e.V., daran, dass Musik universell sei – „in der Lage, Herzen zu öffnen und Hoffnungen Ausdruck zu verleihen.“ Genau das war in jedem Ton zu spüren. Das abwechslungsreiche Programm, getragen von den Chören aus Dresden und Lissabon, reichte von traditionellen Volksliedern wie „Kein schöner Land in dieser Zeit“ bis hin zu modernen Arrangements – jedes Stück ein Zeugnis der Vielfalt und des Miteinanders.
Doch der Zauber des Austausches beschränkte sich nicht auf die Bühne. Gemeinsame Proben, das Konzert in Dresden, ein fröhlicher gemeinsamer Grillabend am 1. Mai, viel Zeit in den Gastfamilien und herzliche Begegnungen am Rande machten die Tage zu etwas ganz Besonderem. In Gesprächen, beim Lachen am Esstisch oder beim gemeinsamen Erkunden der Stadt wuchs zusammen, was vielleicht vor wenigen Tagen noch fremd war.
„Da haben wir so manche Stund’
gesessen wohl in froher Rund’
und taten singen;
die Lieder klingen
im Eichengrund.“
Viele Freundschaften sind entstanden – zwischen Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, zwischen Sprachen und Kulturen. Und obwohl der Austausch nun vorbei ist, wird das, was entstanden ist, noch lange nachwirken: in Erinnerungen, neuen Perspektiven und vielleicht sogar Gegenbesuchen.
„Dass wir uns hier in diesem Tal
noch treffen so viel hundertmal,
Gott mag es schenken,
Gott mag es lenken,
er hat die Gnad’.“
Text von Clemens Kahrs